Die KI-Chatbot-Studienberatung kennt keinen Feierabend

Samstagabend, 22 Uhr. Jonas will studieren. Er sitzt vor der Website der Hochschule und fragt sich, ob das Teilzeitstudium auch mit einer Ausbildung statt Abitur klappt. Telefonisch: niemand erreichbar. Die E-Mail würde bis Montag warten. Und der Browser-Tab der Nachbarhochschule ist nur einen Klick entfernt.

Genau in diesem Moment entscheidet sich, ob eine Hochschule einen potenziellen Studierenden gewinnt oder verliert. KI-basierte Chatbots schließen diese Lücke — rund um die Uhr, mehrsprachig, auf Basis verlässlicher Hochschulinformationen.

Was gerade an deutschen Hochschulen passiert

Der Trend ist real und nimmt Fahrt auf. Die HTW Berlin hat ihren KI-Chatbot im Studierenden-Service bereits 2025 als Best-Practice-Beispiel ausgezeichnet bekommen — vom Hochschulforum Digitalisierung. Der Bot läuft DSGVO-konform auf universitätseigenen Servern und beantwortet rund um die Uhr Fragen zu Fristen, Dokumenten und Ansprechpartnern — ohne dass der Studienservice-Mitarbeiter eingreifen müsste.

Was KI kann — und was sie (noch) nicht kann

KI-Chatbots in der Studienberatung sind kein Berater-Ersatz… oder vielleicht doch? Gute KI-Chatbots geben nicht nur schnelle, verlässliche Erstinformation. Sie beantworten zum einen die immer gleichen Einstiegsfragen, wie Zugangsvoraussetzungen, Stundenplanung, Bewerbungsfristen, und geben damit der menschlichen Beratung die Zeit zurück, die für komplexe Einzelfälle wirklich gebraucht wird. Zum anderen: Bei guter aktueller Datengrundlage kann der Chatbot aber auch mehr, nämlich auf die Lebenssituation des Bewerbers eingehen, dessen Sprache sprechen, sehr geduldig sich durch Details arbeiten oder alternative Studiengänge an der Hochschule anbieten.

TraiNex Bewerber-Chat: Ein Praxisbeispiel direkt im Campus-System

Viele Bewerber-Chat-Projekte entstehen als Stand-Alone-Systeme. TraiNex verfolgt als integriertes System einen anderen Ansatz: Der Bewerber-Chat ist kein Add-on, sondern ein integrierter Bestandteil des Campus-Management-Systems. Der Chatbot weiss dadurch immer ohne Pflegeaufwand, wo und ab wann ein Studiengang startet, ob als Teilzeit, Vollzeit oder Fernstudium und ob noch Plätze frei sind im Auswahlverfahren. Neben dem Kontext aus dem Campus-System werden die verlinkten Informationsseite der Hochschule für Antworten genutzt, was bedeutet: Keine doppelte Datenpflege, keine Synchronisierungsprobleme. Ändert sich auf der Hochschul-Website etwas, z.B. an den Studieninhalten, übernimmt der Chat die Änderung automatisch.

Besonders in der Praxis bewährt: Der Chat antwortet auf Deutsch, Englisch, Chinesisch, Türkisch und vielen weiteren Sprachen — der Sprachwechsel passiert automatisch, wenn eine Frage in einer anderen Sprache gestellt wird. Der Bewerbungslink wird genau dann angezeigt, wenn es im Gespräch passend ist. Oder man lässt sich die Zusammenfassung des Gesprächsverlauf erstmal senden, um später den Chat fortzusetzen oder doch den menschlichen Berater zu kontaktieren.

Was bedeutet das für Hochschulen?

Die Investition in KI-Chatbots für die Studienberatung ist längst keine Frage des ob mehr — sondern des wie. Hochschulen, die früh systemnah integrieren, profitieren doppelt: Sie entlasten ihre Beratung und stärken ihre digitale Wahrnehmung gegenüber Studieninteressierten, die einen modernen, sofort antwortenden Erstkontakt erwarten, 24/7.

Zum vollständigen HTW-Artikel

KI – Marie (Studienberatung)

Zu einem konkreten Studiengang wurde ein Studienberater entwickelt und praktisch ausgetestet.
Der Studienberater kann mit oder ohne Video in einen frame der Hochschule eingebunden werden.
Der Studienberater basiert auf 5 Seiten an Information zu Studiengang und Hochschule und arbeitet anhand eines Gesprächsleitfadens. Die Tonalität ist wählbar. Konkret kann der Berater getestet werden mit realen Daten zum Studiengang Journalismus der Hochschule FHM mit jugendlicher Tonalität hier: http://studienberater.ki-campus.eu

Marie ist ein Chatbot aus dem Bereich „Staff: Management of Academic and Relevant Tasks with Chatbots“ (S:Mart-C)

KI – Sofia

Zusammen mit Universitäten aus Deutschland, Griechenland, Bulgarien, Italien und Nordmazedonien nehmen wir am Projekt „ADA“ teil. ADA versucht, weiblichen Unternehmerinnen zu helfen. Und unser Chatbot namens SOFIA versucht, diese neugierig darauf zu machen und „verwickelt“ Sie in ein Gespräch.

Sofia spricht nicht nur english sondern auch deutsch. Im Dialog-Design wird Sofia Sie nach Ihrer Startup-Idee fragen, Sie ermutigen, dann einen Namen für das Startup finden, nach Problemen fragen, eine Antwort finden und dann aber abbrechen, und einen menschlichen Mentor empfehlen. Testen Sie es aus: Sofia!

KI – Titelfinder

ChatGPT im praktischen Hochschuleinsatz – Titelfinder für Abschlussarbeiten

Künstliche Intelligenz und ChatGPT sind in aller Munde. Prof. Dr. Stefan Bieletzke von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) hat nun einen so genannten „Titelfinder“ programmiert. Dieser begleitet Studierende aktiv im Dialog mit ChatGPT und hilft dabei, Fragen an das System so zu stellen, dass brauchbare Ergebnisse herauskommen. Prof. Dr. Bieletzke lehrt das Thema „Künstliche Intelligenz“ seit über zehn Jahren im Studienfach Medientechnologien an der FHM. Er forscht zu dem Thema „KI-Integration in Campus-Management-Systeme“, ist Geschäftsführer der Trainings-Online GmbH und assoziierter Partner im Erasmus+ Projekt „HYBOT“ (Enhancing hybrid teaching in higher education through chatbots) der europäischen Union.

Jeder Studierende wird bald künstliche Textintelligenz wie ChatGPT als Hilfsmittel nutzen, ähnlich wie einen Taschenrechner, eine Suchmaschine oder einen Drucker. Für Hochschulen ist es ratsam, ChatGPT frühzeitig in den Studienalltag und den digitalen E-Campus zu integrieren. Erfolgreiche Integration bedeutet dabei, dass die KI weitgehend im Hintergrund und unmerklich agiert und den Nutzern kollegial zuarbeitet. Exemplarisch haben wir uns in einem ersten Projekt auf die Herausforderung fokussiert, die Studierende haben, die kurz vor dem Abschluss stehen. Fraglich war, wie man eine Empfehlung für einen guten wissenschaftlichen Titel geben kann. Die Intelligenz von ChatGPT sollte dazu zwar genutzt werden, aber so, dass die Studierenden den E-Campus gar nicht verlassen müssen und, aus Datenschutzgründen, sich auch nicht bei ChatGPT registrieren müssen.  

Als Lösung wurde in Zusammenarbeit mit der FHM die technisch-aufwändige Schnittstelle der künstlichen Intelligenz genutzt und es entstand der „Titelfinder“. Studierende können den Titelfinder direkt innerhalb des von der FHM genutzten E-Campus TraiNex aufrufen. Der Titelfinder fragt dann den Studierenden nach seinen ersten Ideen, kombiniert diese automatisch mit der Studienrichtung und dem von der FHM geforderten Gliederungsstil. Ohne den gewohnten E-Campus zu verlassen, werden dem Studierenden mehrere hochwertige Titelanregungen angezeigt, die wissenschaftlich-kreativ als Vorschlag genutzt werden können. Auch die Gliederung oder Thesen können dialogisch zusammen mit ChatGPT aufgebaut werden.

Kostenloser Zugang:

Der Titelfinder ist bis Ende März 2023 auch öffentlich verfügbar für interessierte Personen mit dem Zugangscode „PRESSE“: http://Titelfinder.TraiNex.rocks

Weitere Literatur:

Die Anbindung und Entwicklung des Titelfinders ist wissenschaftlich beschrieben in der Publikation „Integration von KI-Chatbots in Campus-Management-Systeme von Hochschulen“ von Prof. Dr. Bieletzke. Sie findet sich hier: https://www.unidigital.news/integration-von-ki-chatbots-via-api-in-campus-management-systeme/