KI-Prompts auf Institutionsebene steuern: Neues Paper von TraiNex auf der EDULearn 2026

Wie stellt eine Hochschule sicher, dass KI-Tools zuverlässig, pädagogisch sinnvoll und konsistent genutzt werden — auch von Mitarbeitenden ohne Prompt-Expertise? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Beitrags, den Forscher der Trainings-Online GmbH und der TH OWL auf der 18. internationalen EDULearn-Konferenz im Juli 2026 in Palma vorstellten.

Konferenzposter: Prompt Governance in Higher Education (EDULearn 2026)
Konferenzposter der EDULearn 2026 — zum Vergrößern anklicken

Das Paper „Prompt Governance in Higher Education: Curated Prompt Libraries for Reliable AI Assistance“ stellt eine kuratierte Prompt-Bibliothek als Governance-Ansatz vor — direkt integriert in ein Campus-Management-System. Statt KI-Nutzung dem Zufall zu überlassen, können Hochschulen damit Prompts zentral verwalten, Zielgruppen steuern und die Nutzung monitoren.

Das System unterscheidet fünf Prompt-Typen: von frei bearbeitbaren Prompts über datenbankbasierte Abfragen bis hin zu agentengesteuerten Workflows, die etwa eigenständig Literaturrecherchen in externen Datenbanken durchführen. Eingebunden in einen Campus-Chat-Assistenten erkennt das System die Absicht des Nutzers und wählt automatisch passende Prompts aus — inklusive kontextueller Anreicherung aus Modulhandbüchern und Stundenplänen.

Der Ansatz zeigt: Verlässliche KI an Hochschulen braucht keine komplexe Infrastruktur — sondern kluge Einbindung in bestehende Systeme wie TraiNex.

→ Zum vollständigen Paper auf ResearchGate

Intellektuelle Souveränität: Was der Wissenschaftsrat fordert – und was wir bereits entwickeln

Am 6. Juli 2026 veröffentlichte der Wissenschaftsrat seine Empfehlungen „Intellektuelle Souveränität: Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten generativer KI“ — neun konkrete Forderungen an Hochschulen, Lehrende, Studierende, Länder und Bund. Beim Lesen hatten wir mehrfach denselben Gedanken: Genau dafür entwickeln wir TraiNex und SMARTA.

Intellektuelle Souveränität und Generative KI – Wissenschaftsrat Empfehlungen 2026
Intellektuelle Souveränität vs. Generative KI — zum Vergrößern anklicken

Was der Wissenschaftsrat fordert

„Kritisches Denken lässt sich nicht an eine KI delegieren“, sagt WR-Vorsitzender Wolfgang Wick. Diese Aussage ist keine KI-Skepsis — sie ist eine Präzisierung: KI soll gezielt eingesetzt werden, nicht unkontrolliert. Der Wissenschaftsrat fordert Hochschulen auf, sowohl KI-Kompetenzen aufzubauen als auch KI-freie Räume im Curriculum zu verankern. Prüfungsformate sollen überdacht, Hochschulen als soziale Lernorte erhalten werden. Und: Souveräne KI-Infrastrukturen sollen entstehen, die langfristig finanziert und hochschulübergreifend nutzbar sind.

Nicht möglichst viel KI — sondern die richtige KI

Nicht möglichst viel KI, sondern KI gezielt und kontrolliert — mit dem richtigen Kontext, für Lehrende, Studierende und die Hochschulverwaltung. Für uns heißt das: Context Engineering voranzutreiben, also die intelligente Verbindung von KI mit dem individuellen Nutzer und dessen aktueller Situation. Automatische Berücksichtigung von Studienverläufen, Lehrplänen, Prüfungsordnungen, dem Stundenplan oder konkret der heutigen Vorlesung und dem Lernskript. Dazu verbinden wir generative KI mit unserer algorithmischen Intelligenz, gesteuert durch Agenten.

Context Engineering als Antwort

Eine KI, die automatisch den Studienstand, den Lehrplan, die Prüfungsordnung und den Inhalt der heutigen Vorlesung berücksichtigt, ist keine unkontrollierte Black Box — sie ist ein präzises Werkzeug mit definiertem Kontext. Das ist der Kern von SMARTA: Nicht generative KI, die einfach antwortet, sondern KI, die den richtigen Kontext aus dem Campus-Management-System bezieht. Studienverläufe, Lehrpläne, Prüfungsordnungen, Stundenplan, das Lernskript der heutigen Vorlesung — all das bildet den Rahmen, innerhalb dessen die KI agiert.

Fazit

Der Wissenschaftsrat hat einen wichtigen Orientierungsrahmen gesetzt. Für Hochschulen, die KI nicht einfach „einführen“ wollen, sondern gezielt einsetzen möchten — mit Kontrolle, Kontext und Kompetenz — zeigt TraiNex, wie das konkret aussehen kann.

→ Zur vollständigen Pressemitteilung des Wissenschaftsrats

Singularität – Artificial General Intelligence

Berlin, 2020. Zum Ober-Thema „Das Ende der Utopie?“ durften wir in Ergänzung zu einem Interview mit Howard Rheingold einen Beitrag schreiben. Es geht um „Singularität: Point-of-no-Return zur Utopie oder Dystopie?„. Ein Auszug:

Künstliche Intelligenz (KI) der Gegenwart ist ein fachlich-beschränkter Hilfs-Assistent, der oft kaum intelligenter daherkommt als ein Mensch mit natürlicher Dummheit. Durch maschinelles Lernen und exponentiell-beschleunigten Fortschritt werden die schwachen Assistenten aber alsbald zu Fach-Genies. Die Idee der Singularität ist, dass es einen Zeitpunkt gibt, an dem die Maschinen sich forciert selbst verbessern, so dass nach den Fach-Genies ein maschinelles Universal-Genie folgen kann. Der Punkt, an dem die Menschen dieser Universal-KI eine starke Intelligenz zuerkennen, die exponentiell wächst und die Intelligenz der Menschen schnell um ein Vielfaches überschreiten wird. Es ist der Scheidepunkt, an dem es kein Zurück mehr gibt in eine Welt ohne diese KI. Wenn der Universal-KI eine Entscheidungs- und Handlungskompetenz zuerkannt wird, wird die Gesellschaft eine andere sein, eine positiv-utopische oder eine negativ-dystopische Gesellschaft, je nachdem, welchen Moralstandpunkt die KI vertreten wird. […]

Der volle Beitrag findet sich hier

Neue Gegenwart® Magazin für Medienjournalismus: Ausgabe 61

oder auch als PDF hier

Singularität: Point-of-no-Return zur Utopie oder Dystopie? (researchgate.net)