KI im Hochschulkontext: Forschung, Praxis und Campus-Management

Erkennt KI Gefühle? Empirische Qualitätsbewertung der Sentiment-Analyse im SMARTA-Projekt

Kann eine KI zuverlässig erkennen, ob ein Studierender frustriert, motiviert oder gleichgültig ist? Diese Frage stand im Mittelpunkt unserer empirischen Studie, die wir im Juli 2025 auf der EDULEARN-Konferenz in Palma de Mallorca vorgestellt haben.

Sentiment-Analyse Poster – SMARTA Projekt EDULEARN 2025
Sentiment-Analyse: KI vs. Mensch — zum Vergrößern anklicken

Sentiment-Analyse als Kernkomponente von SMARTA

Im SMARTA-Projekt entwickeln wir KI-gestützte Chatbots, die Studierende bei Motivation, Lernorganisation und persönlichen Herausforderungen begleiten. Damit die Chatbots einfühlsam reagieren können — auf Prokrastination, sozialen Druck oder Frustration — müssen sie den emotionalen Ton der Konversation präzise erfassen. Dafür setzen wir automatisierte Sentiment-Analyse ein.

Was die Studie untersucht hat

In einem Vergleichstest haben wir Sentiment-Klassifikationen von Sprachexperten, Studierenden und verschiedenen GPT-Modellen (GPT-3.5 und neuere Versionen) gegenübergestellt: wie gut erkennen die Modelle positive, negative und neutrale Aussagen? Qualitätsmetriken: Accuracy, Precision, Recall und Konfusionsmatrizen.

Das Ergebnis: GPT ist zuverlässiger als erwartet

Selbst ältere Modelle wie GPT-3.5 erkennen Sentiment mit hoher Zuverlässigkeit. Mit optimierten Prompts und neueren Modellen steigt die Übereinstimmung mit menschlichen Bewertungen weiter. Abweichungen treten vor allem bei neutralen Aussagen auf — einem Bereich, in dem auch menschliche Beurteilungen häufig divergieren. Daraus leiten wir ein neues Konzept ab: den Human-AI-Gap-Benchmark. KI-Performance sollte nicht an einer Fehlerquote von null gemessen werden, sondern im Verhältnis zur menschlichen Fehlerquote.

Rechtliche Einordnung: EU AI Act

Sentiment-Analyse ist trotz ihrer Zuverlässigkeit ein Black-Box-Prozess mit eingeschränkter Erklärbarkeit. Wir haben die Methode auf Konformität mit dem EU AI Act geprüft — ob sie unter Medical AI oder verbotene Emotionserkennung fällt. Unsere Lösung: Sentiment-Ergebnisse werden anonym gespeichert, der Chat-Verlauf wird unmittelbar nach dem Gespräch gelöscht.

Fazit

KI-gestützte Sentiment-Analyse ist praxistauglich und präzise genug für den Einsatz im Hochschulkontext. Im SMARTA-Projekt wird sie als vertrauenswürdiges Modul eingesetzt — ein weiterer Schritt zu einer KI, die nicht nur antwortet, sondern wirklich versteht.

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Neue Funktion: Motivierende Notenanalyse

Studierende können mit der neuen Funktion ihren aktuelle Notenstand analysieren lassen. Das komplette Notenblatt wird beim Aufruf des Services zunächst algorithmisch anonymisiert, bevor es der KI zur Analyse übergeben wird.

Der Chatbot geht dann dialogisch vor: Zuerst werden Erfolge hervorgehoben – oft mit überraschenden Perspektiven für ein ehrliches Lob. Anschließend folgt die Betrachtung der Herausforderungen, immer zurückhaltend, aber ehrlich und dabei motivierend. Immer wird deutlich gemacht, warum jedes Fach nicht nur für das Studium, sondern auch für das Leben von Bedeutung ist.

Unterstützt von der KI entwickelt der Studierende den nächsten Erfolgsschritt im Hinblick auf kommende Prüfungen und kann direkt passende Lernstrategien erfragen.

In ersten Tests mit Studierenden wurde die Funktion als „mächtig motivierend“ und „hilft mir wie ein persönlicher Coach“ beschrieben.

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Offizielles Siegel für Forschungsexzellenz und Innovationskompetenz erhalten

Unsere KI-Aktivitäten wurden mit dem offiziellen Siegel für Innovationskompetenz ausgezeichnet. Vergeben wird das BSFZ-Siegel im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt von der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ). Das BSFZ-Siegel bestätigt, dass unsere KI-Projekte nicht nur innovativ und zukunftsorientiert sind, sondern auch die strengen Kriterien der Forschungszulage erfüllen. Damit erhalten wir eine offizielle Anerkennung für unsere Forschungsexzellenz und unsere Beiträge zur technologischen Fortentwicklung in Deutschland.

Besonders gewürdigt wird dabei unser Ansatz, „generative KI mit hochschulischen Kontextdaten zu kombinieren und so ein neues Funktionsniveau personalisierter Bildungsassistenz zu schaffen“. Anders gesagt:  wir verbinden modernste KI-Technologien mit den realen Bedarfen in Studium und Campusmanagement. Für uns ist das Siegel ein Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen: KI in der Hochschulwelt praxisnah, verantwortungsvoll und wirkungsvoll einzubringen.

KI in TraiNex: Persönliche Schreibstil-Analyse für TraiNex-Mails

Mit dieser Funktion in TraiNex lässt sich die KI-Formulierungshilfe auf den eigenen Schreibstil abstimmen: Anhand von 15 früheren E-Mails analysiert die KI Tonalität, Struktur, Anrede und Wortwahl – nachdem alle Namen und personenbezogenen Daten automatisch durch TraiNex entfernt wurden. So entsteht ein individueller Schreibstil, der von der KI genutzt wird, um Mails zu erstellen, die zur eigenen Kommunikationsweise passen – in zwei Varianten: Du-Stil und Sie-Stil. Die Stilanalyse ist für den Nutzer einsehbar und ändert sich auch, wenn sich der Schreibstil im Laufe der Zeit ändern. Entwickelt im Rahmen des SMARTA-Projekts, um Mail-Kommunikation effizient und authentisch zu gestalten – auf Wunsch, datensparsam und transparent.

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