KI-LOTSE: Die neue Servicestelle der HRK für KI-Strategie an Hochschulen

Hochschulen, die ernsthaft mit Künstlicher Intelligenz umgehen wollen, stehen vor einer Frage, die sich nicht mit einem einzelnen Tool beantworten lässt: Wie steuern wir das strategisch — über Fachbereiche, Verwaltung und Rechtsfragen hinweg? Seit Frühjahr 2026 gibt es dafür eine bundesweite Anlaufstelle: KI-LOTSE.

KI-LOTSE – Orientierung, Navigation und KI für Hochschulen
KI-LOTSE — Orientierung. Navigation. KI. Für Hochschulen.

Was ist KI-LOTSE?

KI-LOTSE ist ein Projekt der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Wie der Name andeutet, geht es um Orientierung: nicht um einzelne KI-Anwendungen, sondern um das Navigieren im Gesamtsystem. Die Seite beschreibt die eigene Rolle präzise: „Leitstelle für Orientierung, Technologie, Service und Expertise zu Künstlicher Intelligenz an Hochschulen.“

Die Zielgruppe ist klar definiert: Hochschulleitungen und strategische Entscheider:innen. Also genau diejenigen, die nicht nach dem nächsten Chatbot-Tutorial suchen, sondern nach Antworten auf Fragen wie: Welche KI-Infrastruktur brauchen wir? Was erlaubt der EU AI Act uns — und was nicht? Wie verantworten wir KI-Einsatz in Prüfungen?

Was KI-LOTSE konkret bietet

Das Angebot gliedert sich in vier Themenfelder — Rechtsfragen, Infrastruktur, Persönlichkeitsbildung und KI & Didaktik — sowie zwei direkte Servicelinien:

Strategische Beratung: Hochschulleitungen können ab sofort eine kostenlose ein- oder zweitägige Beratung vor Ort beantragen. Das Angebot richtet sich an Rektorate und Präsidien, die KI institutionell verankern wollen — nicht als Einzelprojekt, sondern als Teil eines kohärenten Steuerungsrahmens.

Rechtssupport: Eine juristische Anlaufstelle für typische Rechtsfragen rund um KI — von Datenschutz über Prüfungsrecht bis zum EU AI Act. Kein Anwaltsbüro, aber verlässliche Einordnung und Handreichungen — kostenlos.

Dazu kommen Think-Tank-Aktivitäten: thematische Arbeitsgruppen (darunter eine AG „KI & Prüfen“) sowie eine Good-Practice-Datenbank, die strategisches Handeln auf Leitungsebene mit konkreten Beispielen aus dem Feld unterfüttert.

Warum das gut ist

Es gibt inzwischen viele Angebote rund um KI in der Bildung — Toolsammlungen, Promptguides, Webinare. Was oft fehlt, ist die strategische Ebene: Wie entscheidet eine Hochschule, was sie mit KI macht — und was nicht? Wie schafft sie Verlässlichkeit für Lehrende, Studierende und Verwaltung?

KI-LOTSE setzt an genau diesem Punkt an. Und das von der HRK — einer Organisation mit dem nötigen Mandat, um gesamtsystemisch zu denken. Das verdient Aufmerksamkeit.

Wer an Hochschulen bereits mit dem Thema KI-Strategie und Reife beschäftigt ist, findet übrigens ergänzende Werkzeuge: Unsere frei verfügbaren Workshop-Materialien zur KI-Reifegrad-Matrix helfen dabei, den aktuellen KI-Reifegrad einer Hochschule zu bestimmen — KI-LOTSE bietet dann die Beratung und den Rahmen, um die nächsten Schritte zu gehen. Beide Ressourcen ergänzen sich gut.

Fazit

KI-LOTSE ist noch jung — die Website ging im April 2026 live. Aber das Konzept stimmt: eine gebündelte, von der HRK betriebene Servicestelle, die Hochschulen nicht mit noch mehr Einzelangeboten überflutet, sondern Orientierung gibt. Wir wünschen dem Team viel Erfolg und freuen uns, dass es dieses Angebot jetzt gibt.

→ Zur KI-LOTSE-Website